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Soko ermittelt in der Wilhelma.
Der SWR dreht eine Folge für seine Zoo-Geschichten, und die "Soko Stuttgart" sucht in der Wilhelma nach einem Mörder. (Regisseur Christoph Eichhorn). 

 

Stuttgarter-nachrichten.de     08.05.2010

 

 Regisseur Christoph Eichhorn (Mitte) bespricht mit den Darstellern und Crew-Mitgliedern den Ablauf des Drehtages.

Regisseur Christoph Eichhorn (Mitte) bespricht mit den Darstellern und Crew-Mitgliedern den Ablauf des
Drehtages. Auf dem Programm stehen vier Szenen. Dreieinhalb Minuten sollen am Ende des Tages
im Kasten sein. Dafür dreht das Team bis in die späten Abendstunden. Bevor die Kamera läuft, steht
aber zunächst... Foto:  Belser

Stuttgart - Elefanten sind geduldig. So ertragen sie gelassen, dass bei ihnen heute zwei Filmteams zu Gast sind. Der SWR dreht eine Folge für seine Zoo-Geschichten, und die "Soko Stuttgart" sucht in der Wilhelma nach einem Mörder.

Ein Zoo ist ein Paradies für Krimiautoren. Vielfältige Möglichkeiten gibt es da, Menschen vom Leben zum Tode zu befördern. Von der Python erdrückt, vom Tiger zerfleischt, vom Nashorn aufgespießt, vom Krokodil zerrissen, ein perfekter Ort für einen Mord. Doch die Tiere sitzen ja schon alle hinter Gittern, also hat Autorin Ruth Fischer-Punsch eine andere Variante gewählt: Die Zoodirektorin stirbt durch einen Giftpfeil. Auf der Treppe hinab zum Magnolienhain finden die Kollegen ihre Leiche.

Das bedeutet für das Soko-Team Michael Kaiser (gespielt von Karl Kranzkowski), Martina Seiffert (Astrid M. Fünderich), Joachim Stoll (Peter Ketnath), Anna Badosi (Nina Gnädig) und Rico Sander (Benjamin Strecker): Einsatz in der Wilhelma! In exakt 43 Minuten und 50 Sekunden müssen sie den Mörder gefunden haben. Sechs Drehtage Zeit hat das Team für eine Folge. Fürs Fernsehen muss wie am Fließband produziert werden, "wir drehen in einer Woche oft für vier Folgen, kreuz und quer", sagt Produktionsleiter Rolf Steinacker. Dies betrifft vor allem die Dreharbeiten im Studio im Römerkastell.

Vier Millionen Menschen schauen zu

In der Wilhelma konzentriert man sich auf die eine Folge mit dem Arbeitstitel "Giftpfeil". Am Mittwoch filmte das Team im Maurischen Garten und am Haupteingang, am Donnerstag dienen die Elefanten als Kulisse. Und das gleich doppelt. Während sich das Soko-Team am Morgen noch beim Frühstück auf dem Parkplatz stärkt, sind Kollegen vom SWR bereits zugange. Sie drehen für die Zoo-Doku "Eisbär, Affe und Co.", die in der ARD läuft.

Wer 60 Jahre auf dem Buckel hat wie die Elefantendame Vilja bringt ohnehin nichts mehr aus der Ruhe. So schaut sie aus angemessener Entfernung zu, als jenseits ihres Geheges die Kameras aufgebaut werden. Die gut 50 Männer und Frauen, die für die Bavaria Fernsehproduktion "Soko Stuttgart" herstellen, gehen an die Arbeit. Anna Badosi spricht mit der Tierärztin Stefanie Brühl (Therese Hämer), Tochter Lara Brühl (Annas Hausburg) eilt hinzu, verfolgt von ihrem Freund Maik Heilig (Martin Laue), einem fanatischen Tierschützer. Ein Streit entbrennt, schließlich erfahren die Tierärztin und der Zuschauer: Lara Brühl ist schwanger. Im Hintergrund flanieren derweil die Elefanten.

Ob nun ein Tierschützer, der ehrgeizige Stellvertreter der Direktorin oder ein verdächtiger Tierpfleger der Mörder ist, wird erst im Herbst verraten. Dann zeigt das ZDF jeweils donnerstags von 18 Uhr an die zweite Staffel. Derzeit läuft noch die erste Staffel. Mit Erfolg. Vier Millionen Menschen schauen beim neuesten Sproß der ZDF-Soko-Familie zu. "Damit sind wir mittendrin im Soko-Konkurrenzfeld", sagt Pressesprecher Hansgert Eschweiler. In sieben Städten lässt das Zweite ermitteln.

Und bei solchen Quoten wird auch in Stuttgart weiter gemeuchelt. Die Schauspieler Karl Kranzkowski und Astrid M. Fünderich sind mittlerweile mit ihren Familien hergezogen. Sie können also auch einmal ganz privat in die Wilhelma gehen. Nur zum Vergnügen, ohne Mord und Totschlag.

 Frank Rothfuss

 

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